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Joachim Thurm - Trompetenkonzert

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Joachim Thurm - Trompetenkonzert
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Joachim Thurm - Trompetenkonzert

15,95 €

Joachim Thurm geb 1927
SEiTE1
Conzert für Trompete und Orchester
Allegro molto
Sostenuto - poco scherzando ma sostenuto  
Allegro assai

Eckhardt Meinl, Trompete
Großes Rundfunk-Sinfonie-Orchester Berlin
Dirigent: Robert Hanell
Aufnahme des Rundfunks der DDR

Fünf Impromptus für Orchester
Allegro poco sostenuto
Allegro
Andantino scherzoso

SEITE 2
Sostenuto semplice
Presto
Rundfunk-Sinfonie-Orchester Leipzig
Dirigent: Werner Feder
Aufnahme der Rundfunks der DDR


Drei Tierfabeln für kleine und große Kinder
nach Dichtungen von La Fontaine
Sing-, Sprechstimmen und Orchester (1964)
Text: Jean de La Fontaine; deutsch: Martin Remane
1  Das Wiesel, das Kaninchen und die Katze
2 Der Wolf als Schäfer
3  Der Frosch und der Ochse  
Ingeborg Springer, Mezzosopran
Siegfried Lorenz, Bariton
Runndfunk-Sinfonie-Orchester Berlin
Dirigent: Günther Herbig
Verlag Internationale Musikbibliothek Berlin
Aufgenommen 1971
Musikregie: Reimar Bluth
Tonregie: Eberhard Richter


Wie oft …..
neuer Musik in ruhmrediger Weise auf Werke angewendet, deren einmalige Aufführung ihren Schöpfer für kurze Zeit in den Mittelpunkt aktueller Publikationen und Gespräche rückt um danach desto gründlicher in Vergessenheit zu geraten, während sich die angestrebte Massenkommunikation zwischen Komponist und Hörer viel eher auf einem ganz anderen Sektor, dem der angewandten Musik nämlich, vollzieht Diese Musik zu Filmen, Theater- und Fernsehinszenierungen, Rundfunksendungen und Literatur-Schallplatten wird täglich und millionenfach rezipiert, sie gehört gleichsam zum Alltag jedes Menschen: ihre Komponisten aber zahlen für die massenhafte Verbreitung ihrer Werke gemeinhin mit einer Anonymität, die in keinem Verhältnis zur Popularität ihrer Klangschöpfung steht
Zu diesen Künstlern, die ihr Schaffen in umfänglichem Maße und mit außergewöhnlicher Sorgfalt dem Bereich der angewandten Musik widmen, gehört auch der Weimarer Komponist Joachim Thurm. Insbesondere seine während der letzten zehn Jahre entstandenen Arbeiten für Schallplatten mit Geschichten und Märchen (u. a. zu „Warum der Mond keine Kleider hat", „Das Tierhäuschen" und „Das Katzenhaus" von Samuil Marschak sowie zu zahlreichen Märchen aus der Sowjetunion) haben nicht nur beträchtlichen Anteil an seinem bisherigen Gesamtwerk, sondern gehören in der DDR zu den gelungensten Kompositionen auf diesem Gebiet überhaupt
Obwohl Thurm seine meisten Vokalwerke ebenfalls für Kinder geschrieben hat (darunter die Chorzyklen „Unsere Städte in unseren Liedern", „Traum in den Morgen" und „Ans Fenster kommt und seht"), erstreckt sich sein künstlerisches Wirken doch längst nicht allein auf Musik für Kinder, sondern gleichwohl auf die Genres der Sinfonik und Kammermusik.
Joachim Thurm, seit 1957 an der Weimarer Musikhochschule „Franz Liszt" als Dozent für Tonsatz, Musiktheorie und Gehörbildung tätig, wurde am 23. Februar 1927 in Ruppersdorf (Kreis Schleiz) geboren, wuchs im thüringischen Rudolstadt auf und erhielt vom neunten Lebensjahr an (bei Wilhelm Gonnermann) Klavierunterricht. Aus der Schulzeit datieren die ersten Kompositionsversuche, eine kontinuierliche musikalische Ausbildung jedoch wurde durch Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft unterbrochen. Erst von 1948 bis 1954 konnte Thurm an der Musikhochschule Wein*r Komposition (bei Ottmar Gerster und Johann Cilenäek) sowie Klavier und Kirchenmusik studieren. Zu seinen frühen Werken gehören neben zahlreichen Liedern und Volksliedbearbeitungen eine Klaviersonate (1955), „Elegien und Scherzi" für Klavier (1960) sowie eine Sonatine für Flöte und Klavier (1962). 1964 entstanden die „Drei Tierfabeln nach La Fontaine für kleine und große Kinder", 1965 die „Moments musicaux" für elektronische Klänge und Musikinstrumente, zwei Jahre später die „Sinfonia piecola". Von den jüngeren Arbeiten seien die .Variationen über ein Thema von de Lalande" (1973), „Fünf Impromptus" für Orchester aus gleichem Jahre und das Konzert für Trompete und Orchestervon 1974 hervorgehoben. Mit drei Werken aus dem sinfonischen Schaffen Joachim Thurms läßt die vorliegende Schallplatte nun endlich auch den Komponisten in. eigener Sache „zu Wort" kommen. Es handelt sich durchweg um Stücke, die wesentliche Stationen seiner kompositorischen Arbeit markieren und charakteristische Züge seines Personalstils aufweisen. Besonders hingewiesen sei dabei auf die liedhafte Melodik der Themen wie auf ihre Prägnanz und Klarheit. Gegenüber der relativen Stabilität des melodischen Materials, das sich zumeist im Tonalen bewegt und häufig unerwarteten Modulationen unterworfen wird, bleiben Rhythmus wie Metrum sehr variabel: und nicht nur dort, wo das Wort unmittelbare klangliche Veranschaulichung provoziert, finden sich Klangbilder von eindrucksvoller Plastizität Der Komponist verwendet das sparsam eingesetzte Instrumentarium stets in durchhörbaren Kombinationen, wobei Kontrastbildungen (etwa in der Konfrontation von Piccoloflöte und Baßtuba wie beim Trompetenkonzert), feinste Abstufung in Artikulation und Dynamik zu den besonderen Gestaltungseigenheiten gehören. Auffallend ist auch Thurms Vorliebe für einfache Liedformen, für das Rondo oder die Variation, für eine aphorismenhafte Knappheit musikalischer Gedanken und ihre übersichtliche Verarbeitung. Viele seiner Sätze sind eigentlich „verkappte" Genrestücke, und die Neigung zu bildhaft-assoziativer Deutlichkeit ist allenthalben zu spüren. Nur eine Viertelstunde dauert das dreisätzige Trompetenkonzert Klassischem Vorbild entsprechend ist der erste Satz in Sonatenform mit fröhlich bewegtem Es-dur-Thema, lyrischem Seitenthema in g-moll, kurzem Durchführungsteil und Reprise des Hauptthemas angelegt Ihm folgt ein vom Orchester in weiträumigem Melos eingeleiteter Mittelsatz, der von einer ruhigen Kantilene des Soloinstrumentes getragen wird. Im Zentrum dieses Teiles steht eine Walzerepisode, von der eine sonderbar imaginäre Wirkung ausgeht Zu den besonders gelungenen Einfällen Thurms gehören hier auch die zarten Umspielungen der Trompetenweise durch Flöte und Klarinette. Das Finale stellt die gestalterischen und klanglichen Spezifika des Soloinstrumentes geradezu demonstrativ…………………..
tradierte Marschintonationen, die vom übermütigen Spiel der Piccoloflöte sekundiert werden, organisch ineinanderfließender Wechsel der Bläser, ein draufgängerischer Kehraus, virtuoses Kadenzspiel und eine von lockerer Brillanz geprägte Coda bilden die abschließende Stationen dieses Konzertes, das bereits im Ausland erfolgreich aufgeführt wurde und eine willkommene Bereicherung der zeitgenössischen Trompetenliteratur darstellt.
In seinen „Fünf Impromptus" für Orchester nutzt der Komponist die ursprünglich kammermusikalische Form des zumeist dreiteiligen Charakterstückes für den Ausdruck unterschiedlicher Stimmungen, die sich durchaus mit einer jeweiligen Genrebezeichnung umreißen ließen. So erweist sich der erste Satz mit dem zart-verhaltenen Gesam der Streicher (kombiniert mit Flöten und Hörn) offenkundig als Pastorale, die ihren verträumten Grundton nach kurzem, belebtem Mittelteil unverändert beibehält. Kontrastierend hierzu schließt der zweite Satz an, den man auch als Capriccio bezeichnen könnte. Übermütig verspielt gebärdet sich die Streicherfigur des Hauptthemas, die vielfältig abgewandelt und von verschiedenen Instrumenten aufgegriffen wird. Undurchsichtiger, mit ironischem Unterton verweist der dritte Satz auf den Charakter einer Burleske. Klarinette und Baß-klarinette tasten sich schreitend voran, ein imitatorischer Abschnitt und allmähliche Erweiterung des Holzbläserinstrumentariums führen zum Mittelteil mit dem unruhig dahinhastenden Klagemotiv der Streicher. Im vierten Satz, einer instrumentalen Kanzone, überwiegt der Ausdruck trauriger Versonnenheit. Solistisch eingesetzte Gruppen des kleinen Orchesterapparates lösen einander ab und lassen sich erst von den motorischen Achtelfiguren der Violinen im Finale verdrängen. Über einer ostinaten Baßfigur von Fagott und tiefen Streichern entlädt sich ein Perpetuum mobile, das nur durch ein liedhaftes Intermezzo unterbrochen wird und mit unaufhaltsamer Aktivität der durch Xylophon verstärkten Schlußsteigerung des Werkes zustrebt. Dabei ist der kammermusikalische Charakter dieser Orchesterminiaturen ebenso bezeichnend für die Orchestersprache Thurms wie ihre stark gestische Wirkung.
Bereits die 1964 komponierten „Drei Tierfabeln nach La Fontaine" legen beredtes Zeugnis von der Genauigkeit seiner melodischen, rhythmischen und klanglichen Akzentgebung, von der witzigen Pointiertheit seiner Musik wie von ihrer hintergründigen Bezugnahme auf aktuelle Probleme ab.
Um die geistreich-humorvolle Dialogführung und die satirische Brisanz der Sprache des französischen Klassikers Jean de La Fontaine (1621 bis 1695) hen/orzuheben, läßt Joachim Thurm die Texte von zwei sehr variabel eingesetzten Sprech- und Singstimmen (Mezzosopran und Bariton) interpretieren. Der Komponist schreibt zur Musik: „Sie soll den Scharfblick, die Weltkenntnis und die Liebenswürdigkeit des Dichters unterstreichen, indem sie den Text illustriert, kommentiert und parodiert. Gelegentlich auftretende gassenhauerische Melodie-bildungen, Anklänge an vorklassische Musik, opernhaft anmutende Passagen können nur ironisch verstanden werden. Es ging mir darum, einen der Leichtigkeit, Verständlichkeit und Treffsicherheit La Fontaines entsprechenden Ausdruck zu finden." Über La Fontaines Fabeln wurde einmal gesagt, daß die ganze Natur..., Tiere und Menschen in ihnen lebendig würden. Thurms Musik nun veranschaulicht nicht nur das Geschehen selbst sondern durchleuchtet gleichsam jeden Gedanken, läßt seine Aussage deutlich werden und kennzeichnet jede „handelnde" Gestalt mit musikalischen Konturen, die ihre Wesenszüge kritisch hervorkehren. So wird das Wiesel mit einer frechen Melodie, das dümmliche Kaninchen mit steifen Rezitativfloskeli sowie pathetischem Überschwang charakterisiert, und in der Fabel vom „Wolf als Schäfer" verrät die Musik bereits im voraus die Aussichtslosigkeit des vom Wolf geplanten Unternehmens: Die falschen Posauneneinwürfe innerhalb der Pastorale, das unqualifizierte Dudel-sackspiel des Wolfes oder die klangliche Illustration des schlafenden Schäfers Guillot gehören zu den deftigen Orchesterspäßen des Autors, mit denen er die Fabelerzählung gehörig theatralisiert und akustisch lebendig werden läßt
Sicher und treffend wird die Musik auch in der dritten Fabel eingesetzt Während sich der gernegroße Frosch mehr und mehr aufbläst crescen diert das Orchester bis zum lediglich angedeuteten Knall, um schließlich in zwei klägliche Töne der gedämpften Trompete zu münden. Zum Kommentar La Fontaines, dessen Verallgemeinerung auch heute nichts von ihrer Aktualität eingebüßt hat, schlägt der Komponist wieder den Gassenhauerton der ersten Fabel an. Gerade im Kontext solcher intensiven und nahezu ständigen Arbeit mit dem gestalteten Wort ist das Schaffen Joachim Thurms insgesamt zu sehen, betrachtet er doch selbst inhaltliche Deutlichkeit und Unmittelbarkeit des Ausdrucks als wesentliche Voraussetzungen für die emotionale Wirksamkeit von Musik.
Hannelore Gerlach (1978)

Mehr Informationen
Artikelnummer Nova 8 85 150
Preis 15,95 €
Interpret Various Artists
Plattenname Joachim Thurm - Trompetenkonzert
EAN Nummer Nicht verfügbar
Plattenlabel Andere
Plattentyp LP / Vinyl 12"
Vinylgewicht pro Schallplatte 180 gramm
Anzahl der Platten 1
Beilagen Nicht verfügbar
Release Jahr 19778
Allgemeiner Plattenzustand Gebraucht
Zustand Tonträger Nicht verfügbar
Zustand Cover Nicht verfügbar
Plattenreinigung Nicht verfügbar
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